Redispatch
Redispatch bezeichnet den gezielten Eingriff der Netzbetreiber in die geplante Erzeugungsleistung von Anlagen, um drohende Engpässe im Stromnetz zu vermeiden. Vor einem Engpass wird Erzeugung auf der einen Netzseite gedrosselt und auf der anderen Seite hochgefahren – die eingespeiste Gesamtmenge bleibt gleich, der Lastfluss über die Engpassstelle sinkt.
Hintergrund: Strom wird oft dort erzeugt, wo viel Wind- und Sonnenenergie anfällt (etwa im Norden), aber anderswo verbraucht. Reichen die Übertragungskapazitäten nicht aus, drohen Überlastungen einzelner Leitungen. Die Netzbetreiber greifen dann ein: Sie reduzieren die Einspeisung vor dem Engpass und erhöhen sie dahinter. Seit der Reform Redispatch 2.0 sind auch kleinere Anlagen und erneuerbare Erzeuger systematisch einbezogen.
Redispatch verursacht erhebliche Kosten und Energieverluste, wenn EE-Anlagen abgeregelt werden müssen. Hier setzen Batteriespeicher an: Ein netzdienlich platziertes BESS kann überschüssige Energie vor dem Engpass aufnehmen, statt sie abzuregeln, und sie später oder hinter dem Engpass wieder abgeben. Speicher können so Redispatch-Maßnahmen reduzieren und die Aufnahmefähigkeit des Netzes für Erneuerbare erhöhen.
Genau deshalb sind Standorte nahe Umspannwerken strategisch wertvoll – ein Aspekt, der sich mit der §35-BauGB-Privilegierung (Standort ≤ 200 m vom Umspannwerk für Stand-Alone-Speicher) und mit netzdienlichen Erlösen im Erlösstapel verbindet.
Begriffserklärungen zur allgemeinen Information — keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Verbindliche Bewertungen erfordern Einzelfallprüfung.